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Nachtfotografie – Anleitung

Warum Nachtfotografie oder auch Langzeitbelichtung kein Hexenwerk ist und auch Du mit deiner Kamera solche Bilder erstellen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Lesezeit ca. 12 Minuten

Nachtfotografie Speicherstadt Hamburg

Nachtfotografie erlernen

In der Ruhe liegt die Kraft, ähnlich wie beim Nachtangeln benötigen wir für die Fotografie bei Nacht oder der Dämmerung (Blaue Stunde) Zeit! Zeit um das Bild auf die Kamera zu bannen! Nicht selten sind Belichtungszeiten von mehr als 30-120 Sekunden der Regelfall. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten! Ob Ausstattung oder Bedienung, beides ist hier von immenser Bedeutung. Dennoch verspreche ich Dir, dass du nach einem Workshop oder Personal Coaching am selben Tag alle relevanten Informationen in die Praxis umsetzen kannst und geniale Bilder zauberst.

Welche Ausstattung benötige ich bei der Nachtfotografie / Blaue Stunde?

Für die Nachtfotografie benötigen wir einige Ausrüstungsgegenstände, um genau diese Bilder erstellen zu können.
Welche du benötigst um an einem Coaching oder Workshop teilnehmen zu können erläutere ich Dir hier:

  • Stativ
  • Fernauslöser (Kabel gebunden oder Funk)
  • Mindestens 2 Akkus voll geladen
  • Digitale Bridgekamera, Systemkamera oder Digitale Spiegelreflexkamera
  • Speicherkarte

Hilfreich sind auch eine Taschenlampe und natürlich dem Wetter angepasste Kleidung. Ein kleiner Snack samt Trinken haben mir persönlich auch schon oft geholfen, die Touren ein wenig grösser ausfallen zu lassen 🙂 Die ausführliche Checkliste zur Nachtfotografie findest du weiter unten!

Meine aktuellen Workshops der Nachtfotografie findest du hier

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Meine ultimative Checkliste zur Nachtfotografie

Nachtfotografie ist eigentlich keine komplizierte Sache, aber man sollte einige Dinge wissen und beachten, damit die Fotos bei Nacht auch der absolute Knaller werden. Deshalb gebe ich dich hier meine ultimative Checkliste zur Nachtfotografie an die Hand!

Die Kamera

Zur Nachtfotografie eignet sich im Prinzip jede Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten. Klar umso besser der Dynamik Umfang einer Kamera ist, desto vorteilhafter ist es in der Nachtfotografie.

Welches Objektiv?

Welches Objektiv sollte man in der Nachtfotografie nutzen?
Klassischerweise geht man in den Weitwinkelbereich von 10-35 mm.

Klar kann man auch andere Brennweiten nutzen, aber ich gebe euch hier die klassischen Vorgehensweisen vor. Wenn ihr ein Standard Objektiv von 18-55 mm verwendet, reicht das völlig aus für den Start.

Im fortgeschrittenen Bereich nutzen die Fotografen heute ein Weitwinkelobjektiv und verwenden zum Beispiel ein 16-35 mm Blende 2.8 von Canon. Das ist eine Linse, die ich selber für Landschaften und der Nachtfotografie einsetze. Doch nutze ich gerne auch mal ein Tele um Details größer in Szene zu setzen. Es gibt hier keine Gesetze woran Ihr Euch halten solltet.

Fotografie ist und bleibt Kunst!
Mit jedem Objektiv gestaltest du heute dein nächstes Bild!

Bildstabilisator abschalten!
Was Ihr noch beachten solltet, ist die Möglichkeit, den sich bei vielen Objektiven vorhandenen Bildstabilisator abschalten zu können. Diesen benötigen wir in der Nachtfotografie nicht! Zu finden am Objektiv selber (kleiner Schalter).

Das Stativ

Das Stativ ist eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände in der Nachtfotografie. Wir haben längere Verschlusszeiten und da darf keine Verwacklung entstehen.

Oft habe ich Workshop Teilnehmer bei mir in den Fotokursen, die haben sich extrem günstige Stative bei Saturn oder im Internet für 20, 30 € gekauft . Die Dinger wackeln wie verrückt schon bei ein wenig Wind, davon rate ich persönlich ab!

Kauft nicht das günstigste Stativ! Investiert hier gerne bis zu 100-120 Euro! Ihr werdet es oft und lange im Gebrauch haben!

Der Kameramodus

In der Nachtfotografie können wir die Halbautomatik und diese ganzen anderen Programme vergessen. Auch wenn in deiner Kamera ein Nachtmodus eingebaut ist,  ist es ein Glücksspiel. Damit kann man nicht vernünftig nachts fotografieren. Verwende Ihn garnicht erst!

Wir müssen in den manuellen Modus (M) gehen. Das anpassen der Verschlusszeit, Blende und Iso stehen hier im Vordergrund. Im (M) Modus können wir bis zu 30 Sekunden belichten. Wenn die Zeit nicht ausreicht, haben wir 3 weitere Möglichkeiten.

1. Blende weiter öffnen (Niedrigere Blendenzahl wählen)
2. ISO erhöhen
3. Bulb Modus verwenden (Mein Tipp)

Wenn deine Kamera diesen Bulb Modus bereit stellt, hast du die Möglichkeit beliebig lange zu belichten.

Die Blende

Welche Blende stelle ich jetzt klassischerweise ein?
Ich persönlich fotografiere mit viel Schärfentiefe bei Nacht. Heißt also eine hohe Blendenzahl zwischen Blende 8 und Blende 22. Mit Blende 11 kann man nicht viel falsch machen. Deshalb ist 11 meine ganz persönliche Empfehlung.

Ob ich jetzt Blende 11 oder 16 einsetze, ist mit dem Auge kaum noch zu unterscheiden.

Dennoch ein Leitsatz: Bei Nacht, Blende 8! Kann sich jeder merken 

Dennoch gibt es auch hier noch feine Unterschiede, auf die ich persönlich später noch eingehen werde.

Welche ISO soll ich einstellen?

Iso ist in der Nachtfotografie eine ganz wichtige Angelegenheit. Hier solltet ihr auf keinen Fall die ISO-Automatik eingestellt haben. Denn dann sucht sich die Kamera selber irgendeinen Wert aus für die Film-Empfindlichkeit und das ist nicht das was wir in der Nachtfotografie benötigen. Bei der Nachtfotografie kommt die Kamera und der Sensor an Ihre absoluten Grenzen. Wir haben sehr starke Kontraste, von ganz dunkel ganz schwarz bis zu den Lichtern ganz Hell ganz weiß.

Ihr solltet klassischerweise den niedrigsten ISO Wert eurer Kamera einstellen. Entspricht in den meisten Fällen „ISO 100“ und den lassen wir fest eingestellt in der Kamera!

Wenn ihr diesen Wert jetzt höher stellen würdet, erhaltet Ihr je nach Kamera, sehr schnell Farbrauschen und rote Punkte. Und solche Fotos will ja eigentlich kein Mensch haben.

Fazit: ISO 100 fest einstellen!

Der Weißabgleich

Der Weißabgleich spielt nachts eher eine kleine Rolle bei den Einstellungen deiner Kamera. Hier haben wir zahlreiche verschiedene Lichtquellen. Ob Neonröhren, Glühbirnen oder oder oder… die Kamera hat hier einige Lichttemperaturen zu verarbeiten.

Grundsätzlich lass ich persönlich den Weißabgleich auf Tageslicht eingestellt und das klappt in den meisten Fällen sehr gut. Es steht Dir hier aber frei, auch den automatischen Weißabgleich nutzen.

Doch eine Einstellung ist hier extrem wichtig! Fotografiert im RAW und nicht im JPG Format. Dann habt Ihr im Nachgang der Bildbearbeitung die Möglichkeit, den Weißabgleich jederzeit anzupassen.

Der Autofokus

Viele haben nachts Probleme beim fokussieren ihrer Kamera. Gerade wenn sie den automatischen Autofokus eingestellt haben. Ich rate hier dringend, den Autofokus zu deaktivieren. Schaltet am Objektiv auf manuellen Fokus!. So dass Ihr selber den Punkt bestimmt wo ihr fokussiert.

Versucht daher immer auf etwas helles bzw. auf eine sichtbare Struktur zu fokussieren. Danach könnt Ihr eure Kamera schwenken und in die richtige Position bringen

Spiegelvorauslösung

Manche kommen zu mir und sagen die Spiegelvorauslösung , das muss ich doch bei der Nachtfotografie machen, das ist eines der wichtigsten Einstellung der Nachtfotografie.

Oh, da muss euch leider enttäuschen. Die Spiegelvorauslösung spielt keine allzu bedeutende Rolle.

Zur Info:
Wenn der Spiegel einer Spiegelreflexkamera herunter klappt, kann hierdurch eine Verwacklung entstehen. Gravierend aber nur bei kürzeren Verschlusszeiten in Verbindung mit einer längeren Brennweite. Hier könnte man über die Funktion nachdenken!

Und da wir meistens im Weitwinkel Bereich unterwegs sind und die Verschlusszeiten eher länger sind, spielt die Spiegelvorauslösung keine wirkliche Rolle

Also Spiegelvorauslösung macht nur dann Sinn wenn ihr eine längere Brennweite nutzt und kurze Verschlusszeiten in der Nachtfotografie verwendet. Ansonsten könnt ihr diesen Punkt getrost vergessen,

Rauschunterdrückung in der Kamera einstellen?

Solltet ihr bei eurer Kamera einen Rauschunterdrückung eingestellt haben, so schaltet diese bitte bei der Nachtfotografie aus!

Wenn ihr nicht wisst ob ihr diese eingestellt habt, schaut in euren Handbuch der Kamera nach und deaktiviert diese.

Denn jeder zusätzliche Prozess in deiner Kamera, kostet Zeit und gerade nachts kann das sehr nervig sein wenn ihr ein Foto gemacht habt und dann 30 Sekunden auf das Bild wartet bis es Euch angezeigt wird. Deshalb unwichtige Prozesse wie die Rauschunterdrückung deaktivieren!

Gegenlichtblende

Eine Gegenlichtblende kann gerade bei Nacht Sinn machen. Normalerweise schützt Sie am Tage vor seitlich einstreuendes Sonnenlicht. Doch auch Nachts haben wir mit seitlich einfallenden Licht gerade bei den langen Verschlusszeiten zu kämpfen. Es entstehen Schleier, Blendenflecken etc. Und um ein technisch einwandfreies Foto zu machen empfehle ich euch auf jeden Fall die Gegenlicht Blende, wenn vorhanden, auf das Objektiv zu schrauben.

Equipment welches hilft

Nachts ist es meistens dunkel, das haben Nächte so an sich Deshalb sollte man es nicht vergessen, die Taschenlampe oder Stirnlampe mit einzupacken.

Das kann einem auf jeden Fall deutlich helfen nicht nur bei den Einstellungen an der Kamera, sondern auch etwas in seinem Rucksack, oder wenn etwas auf dem Boden gefallen ist, in der Dunkelheit zu finden. Das sind Sachen, die man wirklich sehr gerne vergisst, wenn man nachts auf Fototour geht.

Kleidung nicht ganz unwichtig bei Nacht

Ich vergleiche Nachtfotografie gerne auch ein mit „Angeln gehen“.

Da wirft man seine Leine aus und dann heißt es warten, warten und noch mal warten. Das kann schnell mal 30 Sekunden, 1 Minute und noch länger dauern bis man das Bild im Kasten hat. Und wenn es jetzt ein bisschen kälter ist, wird einem schnell kalt. Wer es schon einmal ausprobiert hat, weiß wovon ich rede

Achtet also auf den Temperaturen angepasste Kleidung.

Das war meine ultimative Checkliste zur Nachtfotografie. Ich hoffe ich habe die wichtigsten Punkte aufgezählt.

Ich wünsche euch viel Spaß bei der Nachtfotografie!

Alles Gute Ihr Lieben
Andreas Jantzen

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Nicht jeder gibt seine Erfahrungen weiter und publiziert sie auch noch im Netz. Das verdient nicht nur Beachtung sondern auch Respekt. 👍👍

Edgar Köhler

Andreas ist super nett und gibt beim Shooten echt alles.
Er macht nicht nur Fotos sondern schafft einmalige Erinnerungen!
Danke

Marc Hammermeister

Was für ein toller Fotograf und viel wichtiger, was für ein toller Bursche nebst Assistentin Pam. Super das Ihr dabei wart, nicht nur wegen der Bilder.

Oliver Pfeiffer

Hamburg bei Nacht / Blaue Stunde